10 November 2011

Vermeidung von MRSA-Infektionen in Krankenhäusern

Kaum eine Infektion verbreitet mehr Angst und Schrecken als der MRSA-Keim. Die Problematik besteht hauptsächlich darin, dass er sich nur schwer behandeln lässt. Nur einige wenige Antibiotika können bei der Therapie von MRSA noch eingesetzt werden, da die meisten mittlerweile resistent gegen diesen Erreger sind.

Tödliche Gefahr in Krankenhäusern?

Gerade alte und kranke Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders anfällig und so ist es nicht verwunderlich, dass besonders chirurgische Intensivstationen, Pflegeheime und auch vermehrt Dialyse Einrichtungen betroffen sind. Ist dieser Keim erst einmal heimisch geworden, so ist er nur schwer zu eliminieren. Die betroffenen Patienten bedürfen intensiver, aufwendiger Pflege und stellen hohe Anforderungen an das Personal. Die Übertragungsmöglichkeiten von MRSA sind vielfältig. Der Erreger bevorzugt gerne ein feuchtes Milieu wie es der Nasen-Rachenraum bietet, doch Sie können sich auch über die Haut und Schleimhaut, so wie bei der Wundversorgung infizieren.

Lässt sich eine MRSA-Infektion überhaupt vermeiden?

Eine Infektion durch diesen Keim würde sich unter bestimmten Voraussetzungen ohne weiteres vermeiden lassen. Generell wird MRSA durch mangelnde Hygiene übertragen. Das beginnt schon bei der Händedesinfektion des Personals. Oftmals wird zwischen den Behandlungen von mehreren Patienten gerade diese Hygienemaßnahme ausgelassen oder nur schlecht ausgeführt. Dies geschieht häufig aus Zeitgründen, zu viele Patienten müssen in kürzester Zeit versorgt werden, aber auch die unzureichende Schulung des Personals kann zu diesem Problem führen. Größtmögliche Aufklärung durch speziell ausgebildetes Hygienefachpersonal ist hier notwendig, um aufzuzeigen, wie gefährlich dieser Keim ist, und welche hygienischen Maßnahmen zur Vermeidung zu ergreifen sind. Sinnvoll wäre es auch bei besonders gefährdeten Patienten des Öfteren einen Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum oder einer Wunde vorzunehmen um notfalls schnellstmöglich eine Behandlung beginnen zu können, und somit eine Weiterverbreitung zu vermeiden. Im Falle eines positiven Ergebnisses muss der Erkrankte selbstverständlich sofort isoliert und, als infektiös eingestuft, behandelt werden.

Wie kann man eine MRSA-Infektion verhindern?

Fangen Sie bei der korrekten Durchführung der Händedesinfektion an und nehmen Sie sich genügend Zeit dafür. Achten Sie auf Produkte, die speziell auf diesen Keim ausgerichtet sind. Das sorgfältige Reinigen von Gerätschaften, mit denen ein Patient in Berührung kommt, wie Betten, Nachttisch oder Dialysemaschine muss immer mit entsprechenden Desinfektionsmitteln erfolgt. Ziehen Sie Handschuhe, Mundschutz und einen neuen Kittel an, wenn Sie schwerstkranke Patienten betreuen. Bei der Betreuung von MRSA Patienten ist besondere Sorgfalt geboten. Um eine Übertragung auf gesunde Patienten zu vermeiden, wäre es sinnvoll, wenn neben der Einhaltung von strengsten Hygienevorschriften nur eine einzige Pflegeperson den Patienten betreuen würde. Somit würde sich die Gefahr einer Übertragung auf andere Patienten reduzieren. Leider ist dies auf Grund von Personalmangel im Pflegebereich nur selten möglich. Auch als Besucher sollten Sie sich unbedingt an die erforderlichen Hygienemaßnahmen halten und ebenso auf ausreichende Händedesinfektion vor und nach einem Krankenbesuch achten, um keine Keime außerhalb des Krankenzimmers, weiterzugeben. Mundschutz und Schutzkittel sind für Sie auch nötig, damit Sie sich selbst nicht mit dem Keim infizieren können. Abschließend wäre zu bemerken, dass neben mehr gut ausgebildetem Pflegepersonal und den Ärzten, genügend separate Räumlichkeiten zur Verfügung stehen müssen, um die Verbreitung der MRSA-Infektionen langfristig zu vermeiden.

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